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Station 3: Blumen- und Kräuterquiz

Kennst Du diese Pflanzen? (...zum Vergrößern einfach draufklicken!)

Die Lösungen zu diesen Fragen findest Du im Mortelgrund.

Bergwiesen

Die Bergwiesen des Osterzgebirges entstanden im Mittelalter, als die Erzgebirgswälder gerodet und in Äcker und Grünland umgewandelt worden sind. Die Wiesen und Weiden waren zunächst auf feuchte Täler und steile Hänge beschränkt, die nicht beackert werden konnten; heute finden sich an solchen Standorten besonders arten- und blütenreiche Wiesen. Bergwiesen werden nicht anhand ihrer Höhenlage oder dem Grad der steilen Hänge definiert, sondern allein nach der Zusammensetzung der hier wachsenden Pflanzen. Diese Wiesen wurden zwar durch den Menschen geschaffen, weisen aber eine große Zahl seltener heimischer Pflanzenarten auf. Hier haben sich Licht liebende Pflanzen aus Bach begleitenden Wäldern, von trockenwarmen Standorten wie felsigen Hangbereichen sowie den Rändern von Mooren und anderen Feuchtgebieten ausgebreitet und zu einer eigenen Pflanzengesellschaft formiert. Einige dieser Arten, zum Beispiel Arnika und Trollblume, kommen in Deutschland fast nur noch in den Alpen und den höheren Mittelgebirgen vor.

Die Bergwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Mittelgebirge. Auf den Bergwiesen im Mortelgrund kann man über hundert verschiedene Pflanzenarten beobachten. Vom Frühjahr bis zur Mahd im Hochsommer bietet sich dem Besucher eine bunte und abwechslungsreiche Blütenpracht. Den Anfang machen im Frühjahr die gelb blühenden Schlüsselblumen. Im Mai blühen die Trollblumen und Wiesen-Orchideen, darunter das Breitblättrige Knabenkraut, das an seinen gefleckten Blättern und rotvioletten Blütenständen zu erkennen ist. Von Ende Mai bis in den Juli hinein sind die Wiesen besonders bunt: neben den Teppichen der weiß blühenden Bärwurz, die diese Bärwurzwiesen prägt, finden sich rot blühende Arten wie Kuckucks-Lichtnelke, Perücken-Flockenblume und Alantdistel, zahlreiche gelb blühende Arten wie Weicher Pippau und Sumpf-Pippau, Rauer Löwenzahn, Habichtskräuter und Hahnenfuß sowie die blau blühenden Arten, zu denen neben den Glockenblumen als Raritäten die Kugelige Teufelskralle und die Sibirische Schwertlilie zählen.

Die Vielfalt der Pflanzenarten ist wiederum Voraussetzung für eine außerordentlich artenreiche Insektenwelt. Es fallen vor allem die vielen Schmetterlinge auf, unter denen sich farbenprächtige Arten wie Schwalbenschwanz und Dukatenfalter befinden.

 

Feuchtwiesen

Feuchtwiesen sind von Gräsern, Binsen, Seggen und anderen krautigen Pflanzen gekennzeichnete, gehölzfreie halbnatürliche Biotope, deren Böden in oberen Horizonten vom Grundwasser beeinflusst oder zeitweise überschwemmt sind. Sie liegen im Bereich von Flusstälern, an Seen oder in Senken. Feuchtwiesen existieren in weiten Bereichen Europas und Asiens, mit Schwerpunkten in Mitteleuropa.

In Mitteleuropa zählen Feuchtwiesen zu den artenreichsten Biotopen. Hier gelten sie als Halbkulturformationen, die durch menschliche Nutzung infolge der landwirtschaftlichen Produktion von Streu und Futter für die Nutzviehhaltung entstanden sind. Sie tragen wesentlich zur Ausprägung der mitteleuropäischen Kulturlandschaft bei. Sie müssen bewirtschaftet werden, da die Sukzession zur Ausbildung von Hochstaudenfluren, später Gebüschen und schließlich zu Wäldern führen würde.

Bereits ab Anfang des 19. Jahrhunderts, verstärkt aber nach dem Zweiten Weltkrieg, wurden die Feuchtwiesen durch umfangreiche Meliorationsmaßnahmen wie Entwässerung und Düngung großflächig in Fettwiesen oder durch Umbruch in Äcker umgewandelt. Diese tief greifenden Veränderungen führten zum Verschwinden vieler Charakterarten der Feuchtwiesen, andere sind in ihrem Bestand stark gefährdet beziehungsweise zurückgegangen. Eine weitere Gefährdung von Feuchtwiesen ist die Nutzungsaufgabe landwirtschaftlicher Flächen aus sozialen, ökonomischen und agrarstrukturellen, besonders aber standörtlichen Gründen (Sozialbrache). Davon sind vor allem Grenzertragsstandorte, das sind schwierig zu bewirtschaftende Flächen, wie zum Beispiel Nassstandorte oder sehr kleine Parzellen, betroffen, welche bevorzugt aufgelassen werden. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft einerseits und die Nutzungsaufgabe andererseits droht die einst gewonnene Vielfalt wieder verloren zu gehen. Anstelle artenreicher Feuchtwiesen sind heute vielfach Fettwiesen, intensiv genutzte Portionsweiden sowie Äcker vorherrschend, in denen alle Nässezeiger verschwunden und durch Stickstoffzeiger ersetzt sind.

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